Die Kriterien zur Feststellung, ob eine Scheinselbstständigkeit vorliegt, reichen vom Grad der Weisungsgebundenheit über die Festlegung von fixen Arbeitszeiten bis hin zum Vorhandensein eines Unternehmerrisikos. Die Überprüfung und Bewertung dieser Kriterien stellt sich in der Praxis regelmäßig als schwierig heraus und lässt eine einfache Abgrenzung Scheinselbstständiger von Arbeitnehmern nicht immer zu.

Dieser Umstand stellt die Personalabteilungen von Unternehmen vor eine Herausforderung. Es gilt nicht nur, sich auf die internen Mitarbeiter zu fokussieren, sondern auch Fremdkräfte in eine langfristige Personalplanung zu integrieren.

 

Diese ganzheitliche Betrachtungsweise hilft Organisationen dabei, den steigenden Ansprüchen der Mitarbeiter, den regulatorischen Anforderungen sowie der Globalisierung gerecht zu werden.  Nur so wird eine optimale Planung und Steuerung der personellen Ressourcen – auch in Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel – gewährleistet.

 

Um Kosten und Risiken zu minimieren empfiehlt sich der Einsatz einer integrierten IT-Lösung. Diese adressiert die gesetzlich immer enger gezogenen Einsatzmöglichkeiten von Fremdpersonal im Unternehmen und unterstützt bei der Risikoidentifikation und Bewertung der einzelnen Fälle und Einsatzszenarien. Dadurch wird ein vollständiger Überblick über alle Bedarfsfälle für das Management ermöglicht und manuelle Einzelfallprüfungen der Fremdkräfte werden reduziert. Somit wird die Konzentration auf den effizientesten Arbeitseinsatz von Fremdkräften anstelle der manuellen Überwachung von Arbeitsregularien gerichtet. 

 

Eine IT-gestützte Lösung verbessert die Compliance und kann in einem integrativen Ansatz in die bestehende IT-Unternehmensarchitektur und Governance, Risk und Compliance-Prozesse eingebunden werden. Das Risikobewusstsein der Organisation wird so gesteigert und das Risikoverständnis verbessert. 

 

Die Problematik der Scheinselbstständigkeit ist kein neues Thema, jedoch aktueller denn je. Verschiedene Branchen, unter anderem die Zustellerbranche, das Gesundheitswesen und auch das Baugewerbe, gerieten mittlerweile in den Fokus von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und Gebietskrankenkasse. Einer der letzten aktuellen Fälle betrifft den Schlafsystemanbieter Wenatex aus Salzburg. Die Gebietskrankenkasse ist der Ansicht, dass viele der mehr als 100 Handelsvertreter Scheinselbstständige sind und fordert laut „Salzburger Nachrichten“ 12,9 Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen und 4,1 Millionen Euro an Kommunalsteuer (derStandard.at). Fälle mit derart hohen Nachforderungen können eine Existenzbedrohung für Unternehmen darstellen.

 

Um solche Gesetzeskonflikte bereits im Vorfeld zu vermeiden, hat EY einen External Workforce Governance (EWG)-Ansatz entwickelt. Gemeinsam mit avedos wurde auf Basis dieses Ansatzes eine IT-Lösung entwickelt, welche die umfassenden Anforderungen im Umfeld von EWG erfüllt. Hannes Wambach, COO von avedos, erklärt: „Flexible Lösungen zur Abdeckung des Personalbedarfs unter Einsatz von internen Mitarbeitern wie auch durch Beauftragungen von Externen werden einen maßgeblichen Einfluss auf die künftige Arbeitswelt haben. Um im Wettbewerb zu bestehen, gilt es für Unternehmen Strukturen, Prozesse und Systeme zu etablieren, um die Leistungserbringung durch Externe effizient und effektiv zu steuern, ohne die regulatorischen Anforderungen aus dem Blick zu verlieren. Eine maßgeschneiderte EWG IT-Lösung kann dabei von unschätzbarem Wert sein.“ Nach einem Quick Check, bei dem unter anderem der Reifegrad des Unternehmens ermittelt wird, wird ein nachhaltiger, unternehmensspezifischer Ansatz für EWG implementiert und in der Softwareplattform risk2value abgebildet. Dadurch wird umfangreiche Transparenz über den Personaleinsatz von Fremdkräften sichergestellt und alle wesentlichen Stakeholder werden umfassend eingebunden.