Mit Juli 2017 ist das neue Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetz („SV-ZG“) in Österreich in Kraft getreten. Durch dieses soll mehr Rechtssicherheit bei der Abgrenzung von Scheinselbständigkeit geschaffen werden.

Bei etwa 1.644 Personen vermuteten die Krankenkassen in den vergangenen Jahren eine Scheinselbstständigkeit. Der Unklarheit, ob jemand nun in der Pflichtversicherung als selbständig oder angestellt einzustufen ist, soll seit Juli durch eine gemeinsame Prüfung der Krankenkassen Abhilfe geschaffen werden.

 

Bereits beim Antritt einer Tätigkeit wird von nun an ein Fragebogen zur Klärung einer möglichen Scheinselbständigkeit herangezogen (Vorabprüfung). Die evaluierten Daten werden dann durch die Gebietskrankenkasse (GKK), SVA und Bauernkasse (SVB) gemeinsam geprüft. Besteht Uneinigkeit über das Ergebnis, wird ein Bescheid erstellt der zu weiteren Nachforschungen verpflichtet.

 

Umstufungen können fortan nur noch vorgenommen werden, wenn vom Versicherten falsche Angaben gemacht wurden oder im Rahmen der Lohnunterlagen-Prüfung durch Finanzamt und GKK festgestellt wird, dass jemand inkorrekt versichert ist.

 

Kritikpunkte am neuen Gesetz nehmen Bezug auf:

 

  • Die Form der Vorabprüfung: unvollständiges oder falsches Ausfüllen des Fragebogens
  • Fehlende Fristen und verbindliche Zeitvorgaben
  • Im Falle einer Neuzuordnung: Rückabwickelungsprobleme bei der Umsatzsteuer
  • Bleibendes Risiko eines schleichend entstehenden Dienstverhältnisses

 

External Workforce Governance - Unterstützung durch IT Lösung

Für Unternehmen kann eine IT-unterstütze External Workforce Governance Lösung - zur Vermeidung von Scheinselbstständigkeit - hilfreich sein. Die gemeinsam von EY (EY GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) und avedos entwickelte risk2value EWG Lösung adressiert die gesetzlich immer enger gezogenen Einsatzmöglichkeiten von Fremdkräften im Unternehmen und unterstützt bei der Risikoidentifikation und Bewertung der jeweiligen Fälle und Einsatzszenarien. Dabei werden alle wesentlichen Stakeholder in einem abgestimmten End-to-End Prozess einbezogen und die Einhaltung von internen und externen regulatorischen Anforderungen sowie Compliance unterstützt. 

 

Quelle: derstandard.at/2000062517291/Scheinselbststaendigkeit-Kann-neues-Gesetz-Abhilfe-schaffen

 

 

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