Gesetzgeber und Unternehmen wissen: Risikomanagement ist das wohl bedeutsamste Instrument der Unternehmensführung. Es unterstützt das Management bei Entscheidungen und soll Gefährdungen von Unternehmen voraussehen. Hier treten Risikofrüherkennungs- und Management – Kontrollsysteme als Steuerungsinstrumente zunehmend in den Fokus.

Vor dem Hintergrund, dass das System des Risikomanagements ein Lernendes ist, welches durch stätige Verbesserungsprozesse geprägt wird, haben Funk RMCE und Roever Broenner Susat Mazars eine Umfrage zum Thema „Risikomanagement, Compliance und Interne Kontrollsysteme – vom Papiertiger zum integrierten Managementsystem?“ durchgeführt. Ziel der Befragung war es, eben diese Veränderungen und Entwicklungen der Steuerungssysteme zu evaluieren. Außerdem sollte abgefragt werden, inwiefern Risikomanagement, Compliance und integrierte Kontrollsysteme, welche gemeinhin immer noch als separate Systeme existieren, in einigen Unternehmen bereits als integriertes Führungssystem mehrwertstiftenden Nutzen  generieren.

 

Die Befragung wurde von Dezember 2015 bis Februar 2016 durchgeführt. Deutschlandweit wurden 118 Fragebögen von 14 unterschiedlichen Unternehmen ausgefüllt. 

 

Die Ergebnisse: ein Auszug

 

  • Gründe für die Einführung von Risikomanagement

Die Gründe für Unternehmen, sich mit Risikomanagement zu beschäftigen, sind vielfältig. Die Zahl der Unternehmen, die ihr Risikomanagement über die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen hinaus weiterentwickelt haben, ist angestiegen. Dennoch gibt der Großteil der befragten Unternehmen weiterhin an, dass die Einführung von und die Auseinandersetzung mit Risikomanagement, primär durch externe Faktoren wie Gesetze oder Verordnungen injiziert wird.

 

  • Implementierungsgrad von Risikomanagement, Compliance und IKS

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass der Implementierungsgrad der einzelnen Systeme relativ hoch ist. Besonders hervorzuheben ist der hohe Prozentsatz bei der Einführung von Internen Kontrollsystemen (IKS) und Environment, Health and Safety-Systemen (EHS) gegenüber klassischen Risikomanagement-Systemen.

 

  • Wie werden die Ergebnisse aus Risikomanagement, Compliance und IKS untereinander ausgetauscht?

Der Großteil der befragten Unternehmen tauschen sich über die gewonnen Erkenntnisse ausschließlich unternehmensintern aus. Dies passiert meist nur anlassbezogen und nicht in regelmäßigen Abständen. Eine integrierte, also bereichsübergreifend zusammenfassende Berichterstattung gegenüber der Geschäftsleitung, wird nur bei ca. 26 % der befragten Unternehmen umgesetzt.

 

  • Nutzen der Weiterentwicklung von Risikomanagement, Compliance und IKS zu einem integrierten System

Ein großer Teil der Unternehmen hat bereits erfasst, dass die Weiterentwicklung der einzelnen Systeme zu einem integrierten System zu erhöhter Transparenz für das Management und das Überwachungsorgan führen kann.Tatsächlich wird die Verknüpfung der Informationen aus den einzelnen Bereichen jedoch noch immer vernachlässigt. Silodenken und Insellösungen verhindern einen effizienten Risikoidentifikations-, -bewertungs- und -steuerungsprozess.

 

  • Einsatz von IT-Tools/Systemen für Risikomanagement, Compliance und IKS

Nur jedes dritte der befragten Unternehmen nutzt ein IT-Tool/System für Risikomanagement, Compliance und interne Kontrollsysteme. Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass IT-gestützte Systeme helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und damit Kosten einzusparen. Als weitere Vorteile werden die schnellere und wirksamere Versorgung der Entscheidungsträger mit risikorelevanten Informationen, sowie die erhöhte Transparenz bzgl. Risikosituation und Funktionsfähigkeit der Maßnahmen hervorgehoben.

 

  • Anwendung von Normen, z. B. ISO-Standards

Die unternehmensweite Integration von Managementsystemen wird durch Normen, wie z. B. ISO-Standards, wesentlich unterstützt. Jene bieten einen qualifizierten Orientierungsrahmen, der eine Vergleichbarkeit von Systemen ermöglicht. Dennoch gibt etwa ein Viertel der befragten Unternehmen an, keine Standards zur Orientierung zu nutzen. 

 

Bei Interesse an der kompletten Studie wenden Sie sich bitte an Julia Delpos.